Jürgen Adelmanns K.I.T.T. - ein „Knight Rider“ auf Tamiya M-Chassis

 


Dieses Auto war ein Langzeit-Projekt, das mich eigentlich schon seit meinem 8. Lebensjahr begleitet.
Die Karosserie stammt von einem Thai-Korea-China-K.I.T.T. aus den 80ern, die gerne wegen einer falschen Verkabelung in Flammen aufgegangen sind. Es war ein batteriebetriebenes Spielzeugauto, das umdrehte, wenn es gegen ein Hindernis fuhr. Licht, Sirene und ein Mikrofon und ein Lautsprecher waren seinerzeit auch dabei.

K.I.T.T. war das erste Modellauto, das mein Vater und ich gebaut haben. Zuerst abenteuerlich gelenkt über eine selbstgebaute Kabelfernsteuerung mit unzähligen Knöpfen, Potis und Signallampen in einem riesigen Alu-Kasten, gespeist von einem 12V-Bleiakku. Anfang der 90er erhielt K.I.T.T. dann eine Funkfernsteuerung, eine Graupner 4014. Der Unterbau war ein Alu-Buggy-Chassis (!) von Graupner aus den späten 70ern, und dessen Zustand jenseits von gut und böse ...

Schon zu diesem Zeitpunkt habe ich geschworen, wenn's einmal passt, kriegt unser Knight Rider ein schönes, und vor allem technisch einwandfreies Chassis und ein piekfeines Karosserie-Finish.
In der Zwischenzeit ist viel passiert:
K.I.T.T. hat einige Umzüge mehr oder weniger schlecht verkraftet, das Chassis war endgültig am Ende, die verbauten Moosgummireifen haben im Keller Schimmel angesetzt, und mein Vater weilt auch schon einige Zeit nicht mehr unter uns irdischen Modellbauern ...

2013 nahm das Vorhaben, dem „Knight Rider“ neues Leben einzuhauchen, Fahrt auf:
Auf Willhaben entdeckte ich exakt den gleichen Spielzeug-K.I.T.T. von damals zum absoluten Schnäppchenpreis (das ist heute bei weitem anders), und ich fand heraus, dass das Tamiya M04-Chassis wie die Faust aufs Auge für den Knight Rider passt.
Ein Scanner (das rote Licht in der Front) war schnell besorgt (ein Bausatz von Velleman), und der Radstand vom M-Chassis angepasst (kurzer Radstand, K.I.T.T. dürfte also Maßstab 1:12 sein).

Die Karosseriearbeiten waren etwas aufwendiger: die Front wurde mittels Resin- und Kunststoffteilen so umgestaltet, dass sie den neuen Scanner aufnehmen kann, und einige Legosteine wurden als Lampenkörper für die Doppelscheinwerfer zweckentfremdet.
Die geriffelte Seite alter CD-Hüllen bilden die Lampengläser.
Die glattflächigen Rückleuchten aus rotem Plexiglas sind wie beim Original schwarz getönt (mit Abtönfarbe von Tamiya).

An das Chassis habe ich aus grauem PVC eine neue Bodenplatte angeschraubt, an deren Außenseiten die Befestigungsschrauben für die Karosserie montiert sind. So erhielt ich mehr Platz für die Elektronikeinbauten, zum Beispiel einem Bluetooth-MP3-Player mit integriertem Lautsprecher. Dieses kleine Ding ist ein Clou, denn es lässt sich per Smartphone steuern!



Die Räder stammen ebenfalls von Tamiya und sind vom Fiat 500, die Radzierkappen wurden gezeichnet und auf selbstklebender Folie am Drucker hergestellt. Selbstgebaute Auspuffrohre aus Alurohr und lackierte Außenspiegel von Absima bilden den Abschluss.

K.I.T.T. begleitete mich schon zu vielen Modellbau-Ausstellungen und ist nach wie vor ein Highlight – vor allem bei Enddreißigern, die mit der Fernsehserie groß geworden sind, aber auch den Kindern.